Was ist Hypnose? Wie wirkt Trance?

Es gibt eine Fülle von Missverständnissen und Fehlannahmen bezüglich der Hypnose. In den Medien ist immer noch zu lesen, dass in der Hypnose der Hypnotiseur den Hypnotisierten steuert und dann auch noch Macht über ihn gewinnt. Eine wissenschaftlich sinnvolle Definition setzt Hypnose mit einem spezifischen Zustand des Gehirns in Beziehung.
Hypnotische Trance bezeichnet im Allgemeinen einen veränderten Tagesbewusstseinszustand, in welchem die Aktivität in einem Bereich des Gehirns stark erhöht ist, während in anderen Bereichen die Aktivität deutlich verringert ist.
Die Natur hat Tiere und Menschen mit der angeborenen Fähigkeit ausgestattet, Trancezustände zu entwickeln, da diese für das Überleben von Bedeutung sind (z.B. gerät eine Katze in einen Trancezustand, wenn sie ein Beutetier fixiert. Jede menschliche Höchstleistung wird in einem Trancezustand vollbracht (z. B. Sportler, Künstler, Musiker und Schauspieler, die wie mit ihrer Tätigkeit verschmelzen). In Extremzuständen der Psyche entwickeln sich spontane Trancezustände, in welchen z. B. kein Schmerz wahrgenommen wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen: In Trancezuständen werden Fähigkeiten sichtbar, die weit über diejenigen in Normalzuständen hinausgehen.
Im modernen Verständnis von Hypnose wird Trance als Erleben verstanden, bei dem Unwillkürliches vorherrscht. Da auch das unbewusste Wissen über psychologische und psychosomatische Zusammenhänge erhöht sein kann, wird Trance auch für psychotherapeutische Zwecke genutzt (Therapie in Trance; Hypnosepsychotherapie; psychotherapeutische Hypnose). In Trance hat das Gehirn eine gesteigerte Fähigkeit, sich neu zu organisieren und auszurichten.
Die im Hypnosecoaching genutzten Trancen können auch als Lösungstrancen bezeichnet werden.
Sie ist charakterisiert durch eine willentlich herbeigeführte, zieldienliche Trance, um willentlich unwillkürliche Prozesse in Gang zu setzen.
Aber Menschen können unwillentlich/unbewusst in belastenden Situationen auch Trancezustände entwickeln, die als Lösungsversuche zu verstehen sind, aber gleichzeitig zu einem weiteren Problem werden.
In traumatisch erlebten Situationen erleben Betroffene Zustände, die beschrieben werden mit: Schmerzunempfindlichkeit, Gefühllosigkeit, wie betäubt sein, das Gefühl, neben sich zu stehen, sich von außen zu betrachten oder Teile des Körpers nicht mehr richtig wahrnehmen zu können. Diese Zustände sind als von der Psyche unbewusst in Gang gesetzte Selbstrettung in der Situation hilfreich, werden aber zu Problem, wenn durch Trigger im Hier-und-Jetzt die Betroffenen an eine traumatische Situation erinnert werden und diese Zustände wieder ausgelöst werden. Starke Ängste lassen einen Tunnelblick entstehen, Lösungen und kreative Lösungsstrategien stehen dem Erwachsenen nicht mehr zu Verfügung. Diese Zustände werden als Problemtrance bezeichnet.
Problemtrance: Symptome und »psychischen und psychosomatischen Störungen« können als Problemtrance beschrieben werden. Sie sind Ausdruck von nicht willentlichen, unwillkürlichen Prozessen. Sie sind also, verbunden mit viel Leid, das Ergebnis einer wirksamen Selbsthypnose.
Die gute Botschaft: Was so erfolgreich und wirksam selbst gestaltet wurde, kann in kreativer und konstruktiver Weise wieder umgestaltet werden.