Hypnosetherapie zur Rauchentwöhnung

 

Wussten Sie, dass…

  • im deutschsprachigen Raum etwa 3% der Erwachsenen rauchen
  • jedes Jahr etwa ein Drittel der Raucher versucht aufzuhören
  • 30-50% der ehemaligen Raucher Nichtraucher werden
  • die meisten mehrere Anläufe benötigten
  • sich das Aufhören in jedem Alter lohnt
  • nach 5 Jahren Abstinenz das Risiko für einen Herzinfarkt wieder gleich ist wie für jemanden, der nie geraucht hat mit jedem Jahr Abstinenz das Risiko einer Lungenkrebserkrankung wieder kleiner wird.

 

Rauchen verkürzt das Leben

Nach Veröffentlichung der ersten Berichte in den USA über die Schädlichkeit des Tabakkonsums wurden in den letzten Jahrzehnten unzählige wissenschaftliche Arbeiten publiziert, die den Zusammenhang zwischen Tabakrauchen und Krankheit oder Tod belegen. Rauchen, vor allem das Rauchen von Zigaretten, ist eine der führenden Ursachen für verhinderbare Krankheiten und Todesfälle weltweit. Für Herz- und Gefäß­krankheiten wie Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen sowie für Lungenkrebs und die Entstehung einer chronisch obstruktiven Lungen­erkrankung (COPD), einer chronisch verengenden Bronchitis und eines Lungenemphysems ist das Rauchen die Hauptursache. Dazu kommt ein beträchtlich erhöhtes Risiko für andere Krebsarten. Einer von zwei Rauchern stirbt an einer durch Tabak verursachten Erkrankung, einer von vier vor dem Alter von 70 Jahren. Durchschnittlich verkürzt ein Raucher sein Leben um zehn Jahre (DOLL, PETO, BOREHAM & SUTHERLAND, 2004).

 

Warum ist es so schwierig, mit dem Rauchen aufzuhören?

 

Neueste Ergebnisse der Hirnforscher folgende Faktoren:

 

Faktor 1: Neurosynapsen (Macht der Gewohnheit)

Dies ist einer der wichtigsten Gründe, warum der Rauchstopp so schwierig ist. Gewohnheiten wie Auto fahren, Zähne putzen und Rauchen werden im Gehirn als so genannte Neurosynapsen (Verbindungen zwischen Nervenzellen) gespeichert. Diese durch das gewohnheitsgemäße Verhalten entstandenen Synapsen sind auch der Hauptgrund dafür, dass es nur 9% der Raucher gelingt, das Rauchen aus eigener Willenskraft aufzugeben. Diese neurosynaptischen Netzwerke, die zum Rauchen führen, bleiben bestehen und jederzeit wieder aktiviert werden können. Darum wird ein Großteil der Raucher, die sich auf diese Weise vom Rauchen zu befreien versucht, innerhalb von 9 Monaten rückfällig. Es sind sogar Fälle bekannt, in denen Ex-Raucher nach 30 Jahren durch einen Trigger (Zwischenfall oder Stressreiz) innerhalb eines Tages wieder in alte Gewohnheiten zurückfielen.

 

Faktor 2: Reflexartiges Rauchen

Ein großer Anteil der Raucher (40%) ist Reflexraucher. In bestimmten Situationen müssen diese Menschen einfach rauchen. Dies beobachtet man häufig bei Personen mit geringem Selbstwertgefühl. Sie kompensieren dieses Minderwertigkeitsgefühl durch Rauchen und verbergen damit ihre Unsicherheit oder Anspannung (Nervosität). Wenn sie nicht rauchen, fühlen sie sich unsicher. Viele Raucher von selbst gedrehten Zigaretten (Shag-Raucher) fallen in diese Kategorie.

 

Faktor 3: Unterdrücken von Emotionen

Viele Menschen rauchen, um ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten. Wenn dies zu einer chronischen Unterdrückung von Gefühlen wie Kummer, Wut, Frustration und Besorgtheit führt, kann es bei der Rauchentwöhnung zu heftigen Emotionsausbrüchen kommen. Man reagiert sich dann häufig an der Umgebung ab. Ohne Zigarette fühlt sich diese Gruppe verloren und sucht andere Arten der Kompensation. Auch haben diese Menschen am stärksten mit Gewichtszunahme und emotionalen Entzugserscheinungen zu kämpfen. Die Angst davor hält viel Raucher von einem Entwöhnungsversuch ab.

 

Wie hilft Medizinische Hypnose auf wissenschaflicher Grundlage?

Der Entschluss, das Rauchen aufzuhören, wird bewusst getroffen. Das Unterbewusstsein wird sich jedoch widersetzen. Das Anzünden einer Zigarette verläuft meist unbewusst, auch wenn man oft denkt, dass es bewusst geschieht. Nur 12,5% der menschlichen Handlungen finden bewusst statt, 87,5% verlaufen auf einer unbewussten Ebene. Darum wird das Unbewusste den Konflikt in den meisten Fällen gewinnen. Willenskraft kostet sehr viel Energie und in einem unachtsamen Augenblick verfällt man wieder in alte Muster. Dies wird verursacht durch die entstandenen synaptischen Verschaltungen (Macht der Gewohnheit).

Auf der Basis von neurobiologischen Untersuchungen kommen Methoden der Medizinischen Hypnose zu Anwendung, die in kurzer Zeit tiefgreifende Veränderungen in der bisherigen Raucheridentität bewirken. Moderne Hypnose auf wissenschaftlicher Grundlage sorgt dafür, dass:

  1. Das Bewusste und Unbewusste auf eine Linie ausgerichtet werden und zusammen wirken (Kooperation).
  2. Die Synapsen der “Macht der Gewohnheit“ werden in Synapsen umgewandelt, die das gewünschte Verhalten unterstützen.
  3. Die Identität des sich selbst missbrauchenden Rauchers in die Identität eines lebenslangen Nichtrauchers verwandelt: Er/sie will nicht mehr rauchen und es passt auch nicht mehr zu ihm/ihr.

 

Das Umgehen mit der Rückfallgefahr

Die größte Rückfallgefahr entsteht durch Switching. Switching ist eine umgekehrte elektrische Polarität im Gehirn, wodurch man sich selbst sabotiert und in das destruktive Verhalten zurückfällt. Bedingt ist dies durch die Rezeptoren im Gehirn, die auf Nikotin konditioniert sind, durch den niedrigen Nikotinspiegel elektrische Signale abgeben. Dadurch kann sich die Polarität umkehren (Switching) vom positiven zum negativen Potenzial. Medizinische Hypnose kann diesen Prozess deblockieren.

Die Identitätsveränderung – der Raucher wird zum zufriedenen Nicht-Raucher – ist wahrscheinlich das hervorstechendste Merkmal der Medizinischen Hypnose.

Die meisten anderen Methoden arbeiten auf niedrigeren Ebenen wie:

  • Verändern von Verhalten
  • Umdrehen eines mentalen Schalters
  • Verankern einer Abneigung gegen Zigaretten

Verhaltensveränderung heißt, dass man etwas wegnimmt und nichts dafür zurückgibt (Vakuumeffekt). Eine Leere (Vakuum) bleibt bestehen bis sie in anderer Weise ausgefüllt wird. Dadurch nascht/isst man mehr und nimmt an Körpergewicht zu. Das Vakuum bringt einen mit Emotionen in Kontakt, die durch das Rauchen unterdrückt wurden und man bekommt Entzugssymptome, wird schnell reizbar, verärgert, garstig und  fühlt eine innere Unsicherheit.

Medizinische Hypnose, die auf Förderung der Selbstregulation und -entwicklung fokussiert, lassen dieses Vakuum nicht entstehen. Ein weiterer Vorteil für den Patienten: es treten keine Entzugsbeschwerden, Gewichtszunahme oder andere Nebenerscheinungen auf.